Was kostet ein professioneller Imagefilm?

Wie Sie sich einen Überblick über Kosten und Qualität verschaffen können und wie Sie professionelle von unprofessionellen Filmproduktionsfirmen unterscheiden können.


Die Vorteile von Filmen sind mittlerweile jedem klar: Sie sind (bestenfalls) emotional, spannend und kurzweilig, sie werden häufiger angeschaut, als lange Texte gelesen, erzeugen Aufmerksamkeit, erhöhen die Verweildauer auf der Webseite, führen dazu, dass Informationen länger im Kopf bleiben und festigen ein Image bei der Zielgruppe. Langrifristig wird dadurch der Umsatz angekurbelt.


Die Kern-Frage, die uns Produzenten regelmäßig erreicht, ist die Frage nach den "Kosten eines Imagefilms". Und das ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Zwar kann man ungefähre Budget-Einschätzungen liefern, warum das aber oft unprofessionell ist, möchte ich nachfolgend ausführlich erklären.



Welche Preise sind professionell?

Manche Firmen bieten Imagefilme zu einem Pauschal-Preis an. Ohne das Unternehmen zu kennen, lockt eine Filmproduktion online damit, Imagefilme bis zu 2 Minuten Länge für 2.500€ herzustellen. Davon sollten Sie tunlichst die Finger lassen. Diese Filme sind nicht individuell und helfen Ihnen nicht, Ihre Ziele zu erreichen. Wer solche Lock-Angebote annimmt, wird nicht selten eine negative Überraschung erleben. Sparen Sie sich die Zeit.


Andere Firmen haben damit begonnen, Qualitäts- und Preisstufen zu nennen. So kostet ein Imagefilm der Qualitätsstufe 1 bei einer solchen Filmproduktion beispielsweise 10.000€, Qualitätsstufe 2 beginnt bei 15.000€ und so weiter.

Diese Angabe ist für Unternehmen oder Agenturen weder relevant, noch professionell. Woher sollen Sie auch wissen, welche Qualitätsstufe Sie benötigen?


Tipp: Wenn Sie wenig Geld für einen Film mit niedrigerer Qualitätsstufe ausgeben, der Film das Ziel aber nicht erfüllt, ist auch das wenige Geld falsch investiert.

Sie sind Unternehmer und möchten Ziele erreichen, zum Beispiel:

  • Das eigene Image bewerben

  • Eine emotionale Bindung zu Ihrer Marke schaffen

  • Die Verweildauer auf der Internetseite erhöhen

  • Komplexe Produkte oder Dienstleistungen kurzweilig und emotional erklären

  • Ziele kommunizieren

  • Produkte oder Dienstleistungen bewerben und verkaufen

  • Recruiting von Mitarbeitern

Sie schaffen es nicht, alle Ziele in einem Film zu verwirklichen, das wäre nicht zielführend.


Beispielfilm

Diesen Imageclip haben wir produziert, um eine komplexe Dienstleistung in 40 Sekunden zu erklären:



Wovon hängt der Preis ab?

Der Preis eines Filmes hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem: Komplexität der Vorproduktion, Gebühren für Drehorte, Schauspieler-, Model- oder Moderatoren-Gagen, Teamgröße, benötigte Technik, Anzahl an Drehtagen, Reisekosten, visuelle Effekte, Postproduktion (u.a. Schnitt und Farbkorrektur), Musikkomposition etc.


Ich habe mich lange mit Filmförderungen beschäftigt und eine etwa 100-seitige Arbeit über weltweite Fördermodelle verfasst. Neben der kulturellen Bedeutung von Filmen wird von verschiedenen Filmförderungen (auch) der wirtschaftliche Erfolg betrachtet. Würde man einer Filmförderung vorschlagen, ein Drehbuch mit einem (unrealistisch) niedrigen Budget umzusetzen, würde darunter die Qualität leiden und die fristgerechte Fertigstellung wäre mit einem großen Risiko verbunden. Daher würde keine Förderung einem solchen Antrag zustimmen. Denn wer möchte schon Geld für einen günstig produzierten Film mit niedriger Qualität ausgeben? Andersherum können Filmförderung in Deutschland keinen Film mit hohen zweistelligen Millionenbeträgen fördern, weshalb europäische Filme mit geringeren Herstellungskosten im Vergleich zu den USA auskommen müssen.


Tatsächlich ist der Weg in der Praxis also andersherum, als er von vielen Filmproduktionsfirmen im Industriebereich derzeit gegangen wird: Die Herstellungskosten sind abhängig von der Idee. Sind die Herstellungskosten zu teuer, muss ggf. die Story angepasst werden. Denn manche Ideen können günstiger hergestellt werden, andere Ideen benötigen hohe Herstellungskosten. So kann man einen emotional-starken und auffälligen Werbespot für einen Automobil-Hersteller mit erfahrenen Schauspielern, Drohnen- und Fahraufnahmen, Regisseur/in und Kameramann/ -frau mit Erfahrung im Automotive-Bereich natürlich nicht für 10.000€ Gesamtherstellungskosten umsetzen. Und mit hohem Budget ist es leichter, einen Spot zu produzieren, der auffällt. Aber auch eine auffällige Idee kann oft preiswert umgesetzt werden.


Im Idealfall begünstigt sich beides gegenseitig. Das Budget führt zu einer Idee, die Idee führt zu den genauen Herstellungskosten.


Filme mit niedrigem Budget herstellen?


Wenn Sie ein niedriges Budget zur Verfügung haben, sollten Sie also keinesfalls einen Film niedriger Qualität umsetzen, der Ihre Ziele nicht erfüllt oder Sie nicht so hochwertig abbildet, wie Sie es verdient haben.


Setzen Sie lieber auf weniger Ziele und dafür hochwertige, kurze Filme. Langweilen Sie Ihre Zielgruppe nicht, sondern transportieren Sie die Inhalte, die Ihre Zielgruppe sehen will.


Sie sollten sich fragen:

  • Welche Ziele möchte ich priorisiert angehen?

  • Welche Zielgruppe möchte ich erreichen?

  • Möchten Sie regional, national oder international werben?


Hören Sie auf zu glauben, dass ein Imagefilm allein auf Ihrer Startseite Ihre Umsätze steigern wird.

Ein Film mit einem klaren Ziel performt immer bessert, als ein Film der (zu) viele Ziele erreichen will.


Und nicht immer ist ein Imagefilm die richtige Wahl. Vielleicht benötigen Sie viel eher einen Recruiting-Film, den Sie auf LinkedIn bewerben oder einen Produktfilm, mit dem Sie Ihre Zielgruppe bei Instagram ansprechen?


Eine professionelle Filmproduktion führt zunächst ein Gespräch über Ihre Ziele, Zielgruppen und berät zu Video-Strategie und Möglichkeiten. Und aufgrund der Erfahrung können in einem unverbindlichen Beratungs- und Strategie-Gespräch ungefähre Herstellungskosten realistisch genannt werden. Natürlich ist es günstiger, eine kleine Zielgruppe über Soziale Netzwerke anzusprechen, als das 7-stellige Budget für das Schalten einer TV-Werbung aufzubringen, die sich an die breite Masse richtet.


Tipp: Halten Sie die Kern-Anforderungen schriftlich fest und lassen Sie sich vor der Herstellung eines Films immer ein Komplett-Angebot geben.


Welches Budget sollte man einplanen?

Um einen ungefähren Überblick über Herstellungskosten zu geben, lohnt sich ein Blick auf durchschnittliche Herstellungskosten. Grundsätzlich raten wir zu Film erst ab einem Budget von 5000€. Darunter raten wir, Ziele nicht mit Filmen umzusetzen.


Website-Header Film: ca. ab 5.000€


Social Media Clip: ca. ab 5.000€


Imagefilm (z.B. Webseite, Social Media-Fassung): ca. ab 10.000€


Werbespot (z.B. YouTube): ca. ab 25.000€


Werbespot (z.B. TV): ca. ab 40.000-200.000€



Exemplarische Kalkulationen

Beispiel-Kalkulation für einen einfachen Imagefilm / Werbefilm mit einem 10-stündigen Drehtag:


Beratung & Konzeption: ca. 1500€

Vorproduktion (2 Tage): ca. 1100€

Redakteur/in oder Regisseur/in (Lohnsteuerkarte oder Rechnung): ca. 450-800€ (Werbung ca. 3.500€)

Kameramann / -frau: 600-1200€ (Werbung ca. 3.500€)

1. Kameraassistent/in: 460-750€

Oberbeleuchter/in: 460-900€

Beleuchter/in: 360-800€

Tonmeister/in: 450-700€

Maskenbildern/in: 750€

Technik (pauschal, ca.): 1800€ (Werbung ca. 10.000€)

Stock-Musik (inkl. Lizenz und Recherche): 150€ (Musik-Komposition ca. 2.500-8.000€)

Reisekosten & Spesen: 180€

Fahrzeug (z.B. Sprinter): 120€

Schnitt (2 Tage, inkl. Schnittplatz und Editor, inkl. 1x Korrekturschleife, ggf. zzgl. langfristiger Speicherung der Daten): 1500€

Farbkorrektur (pauschal, ca. 5 Stunden): 650€


Lohn-Nebenkosten: 30% aller Arbeitnehmer auf Lohnsteuerkarte, ca. 480€

Künstlersozialabgabe: 120€

Versicherungen: 750€

Handling: 250€

Produktionsleitung / Gewinn (üblicherweise 6-15%): 1800€


Weisungsgebundene Tätigkeiten (z.B. Assistenten) wurden als Brutto-Lohn auf Lohnsteuerkarte kalkuliert, hierbei werden Lohnnebenkosten in Höhe von ca. 30% fällig.

Alle Gagen wurden dabei nach Gagentabelle IGLBM kalkuliert.


An welcher Stelle würden Sie sparen? Und welche Abstriche wären Sie bereit hinzunehmen?

So kommt man für einen einfachen, aber hochwertig produzierten Imagefilm schnell auf Gesamt-Herstellungskosten von ca. 10.000-15.000€. Einkalkuliert sind hierbei aber weder Schauspieler-Gagen, noch besondere Drehort-Kosten.



Geht das nicht günstiger?

Ja, in bestimmten Ausnahmefällen kann auch ab ca. 3.000-5.000€ schon das Produzieren von Video-Content möglich sein. So kann beispielsweise ein CEO-Interviewfilm (z.B. zur internen Kommunikation) mit einem deutlich geringeren Aufwand und einem kleineren Team realisiert werden. Lassen Sie sich gerade bei günstigen Produktionen am besten vorab Referenzfilme zeigen, damit Sie wissen, welches Ergebnis Sie erwarten können. Referenzfilme belegen im Idealfall die Hochwertigkeit.


Außerdem empfehlen wir, Content kombiniert herzustellen: Je mehr Filme auf einmal produziert werden, desto günstiger kann produziert werden. So wäre es beispielsweise denkbar, an einem Drehtag einen Social Media Clip, an zwei Drehtagen aber schon 3 Social Media Clips herzustellen. Zusätzlich könnte ein Fotograf parallel Standbilder für Ihre Digital- & Print-Kampagne erstellen.


Tipp: Teilen Sie geplanten Content auf in: hochwertig produziert und hausintern angefertigt

Eventuell kann Content in Ihrem Unternehmen hausintern durchgeführt werden, also ohne den Einsatz einer externen Filmproduktion. Beispielsweise können tägliche Instagram-Stories ohne aufwändige Technik durch Mitarbeiter hergestellt werden. Wägen Sie genau ab, welcher Content hochwertig aussehen muss, um erfolgreich Ihre Ziele zu erfüllen.


Imagefilme und Werbefilme sollte als Investition gesehen werden, die - wenn sie gut gemacht sind - langfristig einen vielfach höheren Return zur Folge haben.



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